Im Wintersemester 1996/97, in einer ähnlich schwierigen Zeit wie wir sie gegenwärtig haben, hat ein Venture Capital-Investor der ETH Zürich und der HSG einen hohen Geldbetrag zur Verfügung gestellt mit der Auflage, damit eine Vorlesungsreihe über Venture Capital durchzuführen.
Dieser Investor war mit Beteiligungen an Firmen wie Compaq und Toys’R'us sehr vermögend geworden. Mit den hohen Ansprüchen aus seiner Silicon Valley Erfahrung coachte er die zwei Hochschulen im Vorbereiten und Durchführen dieser Vorlesungen.
Einen ganzen Winter lang wurden jeden Dienstag führende Exponenten aus der Venture Capital Szene aus der ganzen Welt in die Schweiz nach Zürich geflogen. Die “Studenten” – die meisten waren schon gestandene Männer und Frauen – lernten alles über Venture Capital. Das europäische Modell, das amerikanische Modell, die japanischen Ansichten, alles. Wirklich alles. Aus wissenschaftlicher Sicht, aus Investorensicht, aus Regierungssicht, aus Unternehmersicht.
Darauf brach in der Schweiz ein eigentliches Venture Capital Fieber aus. Etliche VC-Firmen wurden gegründet und starteten ihre Aktivitäten voller Enthusiasmus.
Eines dieser neu entstandenen Unternehmen – die Firma Nextech Venture AG – lud am 5. Oktober 2009 interessierte Investoren in Zürich zu einem Networking Event ein.
In den zehn Jahren ihres Bestehens hat Nextech Venture sich innerhalb der Pharma mehr und mehr auf die Finanzierung von Krebsmedikament-Projekten fokussiert. Die Entwicklung von Krebsmedikamenten hat sich – wegen grossem Bedürfnis an wirksamen Medikamenten, hohen Preisen und den mittlerweile vielversprechenden wissenschaftlichen Grundlagen zur Entwicklung neuer und wirksamer Medikamente – zu einem der interessantesten Investitionsgebiete im Gesundheitssektor entwickelt. Nextech Venture betreut seit 2006 den weltweit ersten Onkologie-Investitionsfonds erfolgreich.
In der Einführung vermittelte Dr. Alfred Scheidegger, Gründungspartner und CEO von Nextech Venture, einen eindrücklichen Überblick, wie das Unternehmen heute dasteht. Im ersten Life Sciences Fonds, der in Early Stage Projekte investiert ist, ist der zweite Trade Sale erfolgt. Im zweiten Fonds, der 2006 mit 41M € aufgelegt wurde und voll auf Onkologie fokussiert ist, konnten aus sechs Investments bereits zwei Unternehmen verkauft werden. Das eine Investment wurde für USD 537 Millionen verkauft. Das ist ein bedeutender Hebeleffekt, der auf Unternehmertum und echter, industrieller Wertschöpfung beruht. Weitere Exits sind in den kommenden Monaten zu erwarten.
Gegenwärtig läuft das Fundraising für den dritten Fonds, der ebenfalls auf Onkologie fokussieren wird. Interessierte Investoren können direkt mit Nextech Venture Kontakt aufnehmen.
Prof. Dr. William G. Kaelin, Professor der Harvard Universität, ist Mitglied des Oncology Scientific Advisory Board von Nextech Venture. Er erläuterte den Anwesenden den Stand der Technik in der medizinischen Krebsforschung. Rasch wurde allen Anwesenden klar, dass das A und O des Erfolgs eines Investment Unternehmens auf diesem Gebiet die Qualität des Scientific Advisory Boards ist. Investitionsentscheide werden getroffen, wenn ein “Proof of Concept” da ist. Dies ist der Nachweis, dass eine Therapie gegen eine definierte Krebsart medizinisch prinzipiell funktioniert.
Interessant ist, dass die familiären Wurzeln von Professor Kaelin ein paar Generationen zurück in Einsiedeln in der Schweiz liegen.
Ausgehend von den Ausführungen von Professor Kaelin erläuterte Dr. Scheidegger, welche Strategie Nextech Venture bei der Auswahl von Unternehmen verfolgt, und welche besten Praktiken angewendet werden, um die Beteiligungen zum Erfolg zu führen:
- Exzellentes Personal. “Oohni Lüüt gat nüüt” ist der Leitspruch eines bekannten Unternehmers vom oberen Zürichsee. Nextech Venture bestätigt dies. Der Schlüssel ist die Kompetenz des Fonds Managements und des Scientific Advisory Boards.
- Nachgewiesener Erfolg. Es muss ein “Proof of Concept” da sein, und die Patentsituation muss geklärt sein.
- Der Fokus von Nextech Venture liegt klar auf der klinischen Forschungsstufe II.
- Ein ausgewogenes Projektportfolio.
- Exits bevorzugt über Trades Sales.
Mit diesen nachhaltigen Grundsätzen wird mit dem Geld der Investoren so sorgfältig umgegangen wie mit dem eigenen.