Im Moment bekommt Europa wieder einmal mit aller Härte zu spüren, welch unzuverlässige Lieferanten für die Versorgung mit Erdgas am Werk sind. “Die Zeit” beleuchtet in einem umfangreichen redaktionellen Beitrag die Hintergründe und lässt durchblicken, dass die Probleme noch lange nicht gelöst sind, und schon bald noch neue dazukommen.
Wenig phantasievoll wird gefordert, die Erdgasleitungen zwischen den verschiedenen europäischen Ländern müssten vermascht werden, um in Zukunft solche Kapriolen, wie sie sich Moskau und Kiew gegenwärtig bieten, verhindern zu können und sicherzustellen, dass alle Europäer im Winter in einer geheizten Stube sitzen können.
Klüger wäre, darüber nachzudenken, welche Alternativen zum Erdgas existieren. Betrachtet man die riesigen Beträge, die die öffentliche Hand momentan zur “Konjunkturankurbelung” spricht, wäre es ein leichtes, Explorationsprojekte zur Nutzbarmachung geothermischer Wärme zu initiieren. Die Vorteile wären vielfältig:
- Die Energieversorgung lässt sich dezentral organisieren. Kleine geothermische Wärme- und Kraftwerke sind technisch und vertragspolitisch weniger anfällig als eine gigantische Pipeline durch politisch instabile Länder mit unzuverlässigen Vertragspartnern auf der Gegenseite.
- Lässt sich mit Erdwärme Dampf erzeugen, könnte damit Strom produziert werden. Die nach der Turbine bestehende Restwärme könnte für Warmwasser und Heizungsgzwecke verwendet werden.
- Dies wäre eine echt nachhaltige Energierzeugung, die zudem den Vorteil hat, bedeutend günstiger zu sein. Für die Energie selbst muss nichts bezahlt werden. Die teuren Pipelines fallen weg. Die Energie lässt sich dort erzeugen, wo sie gebraucht wird. Es fallen lediglich Kosten an, um das Wasser in die Tiefe und den Dampf nach oben zu bringen, sowie die Kosten für das Kleinkraftwerk.
- Mit dem gesparten Geld, das heute alles in Richtung Osten fliesst, könnte die Energieforschung in Europa finanziert werden, um in einem zweiten Schritt die Nutzung von Wind- und Solarenergie machtvoll weiter voranzutreiben, und so noch unabhängiger von fossilen Brenn- und Treibstoffen zu werden.