Technopark Zürich schliesst Lücke “Science-to-Business”

“Na endlich, wurde auch Zeit” dachte ich mir, als ich den Artikel in der Computerworld las.

Erfindungen entstehen meistens aus einem technischen oder wissenschaftlichen Hintergrund. Entsprechend ist die Ausbildung der Erfinder: meistens technisch oder wissenschaftlich. Ist eine neue Erfindung da startet der Prozess “solution looking for problem”. Dies ist im Innovationsmanagement eine der grössten Herausforderungen. Dies ist die erste Hürde, an der zahlreiche Start-up’s scheitern: Sie erfinden etwas Geniales, aber es gibt keinen Markt dafür oder sie finden ihn nicht.

Die zweite Hürde für Start-up’s ist das Thema “Führung”. Können in der Startphase die Führungsthemen und was als nächstes zu tun ist informell morgens beim Kaffee besprochen werden, verlangt ein Team von 6 – 8 Presonen bereits ein Minimum an formeller Führung und eine Professionalisierung des Projekt Managements. Das sind Dinge, die ein Jungunternehmer vom Typ Hochschulabsolvent nie gelernt und noch nie praktiziert hat. An dieser Hürde scheitern ebenfalls zahlreiche Start-up’s.

Die dritte Hürde ist noch komplexer. Je nach Konstellation kommen hier zwei neue Dinge zusammen: Übersteigt die Teamgrösse 10 – 12 Personen muss das erste Mal eine Hierarchie geschaffen werden. Dies führt zu Unruhe. Eine als Zurückstufung empfundene Eingliederung in eine Aufbauorganisation kann dazu führen, dass sich Mitarbeitende entscheiden, die junge Firma zu verlassen. Das zweite Element ist Marketing und Verkauf. Für das neu entwickelte Produkt müssen Kunden gewonnen werden. Der beste Entwickler ist selten der beste Verkäufer. Folglich müssen neue Mitarbeitende gewonnen werden mit einer anderen, für das Unternehmen neue Grundausbildung. Der Firmengründer ist plötzlich gefordert, Menschen zu führen, die anders funktionieren als Entwickler und die er nicht mehr aufgrund seines profunden technischen Wissens führen kann. Der Unternehmensgründer muss lernen, Fachdisziplinen zu führen, von denen er nicht wirklich etwas davon versteht. Oder er muss die Weitsicht haben, eine Persönlichkeit wie Eric Schmidt einzustellen, ähnlich wie Google dies getan hat. Dies ist die dritte Hürde, an der wiederum zahlreiche Start-up’s scheitern.

Messen lässt sich das ganze in der Erfolgsrechnung des Start-up-Unternehmens. Erreicht es seine Ziele im gegenüber den Investoren versprochenen Zeitplan ist soweit alles ok. Kann der Zeitplan nicht eingehalten wird mehr (= zuviel) Geld verbrannt. Dies ist in vielen Fällen ein Signal dafür, dass das Unternehmen beim Überschreiten oder Beseitigen der Hürde Nr. 1, 2 oder 3 nicht vorwärts kommt.

Um Führungskräfte von Start-up-Unternehmen darin auszubilden, diese “Sciene-to-Business”-Lücke proaktiv zu schliessen, bietet der Technopark Zürich neu die “Technopark Academy” an. Die Schwerpunkte sind Public Relations und Marketing, Finanzierungsformen, Arbeits- und Kooperationsverträge sowie Führungsfragen.