Die Inter-American Development Bank hat in einer Studie in Peru in rund 300 Schulen eine Untersuchung über die Wirkung der XO-Computer im Unterricht durchgeführt.
Die Bilanz ist nicht berauschend. Die Studie kommt zum Schluss, dass es nicht genügt, einen Laptop zu entwickeln und in die Schulzimmer zu stellen. ‘Ausbildung’ bedingt wesentlich mehr.
Auf der Lehrseite bestehen folgende Mängel:
- Keine systematische Informatikausbildung für Lehrer
- Kein Vernetzen des Informatikangebots mit den Lehrplänen.
Auf der Infrastrukturseite bestehen folgende Mängel:
- Unausgereifte Software (Updatefunktion funktioniert nicht genügend zuverlässig)
- Kein Internetzugang
- Teilweise ungenügende Stromversorgung
- Keine Computerlehrmittel, die mit den Lehrplänen vernetzt sind.
Der Schlüssel zu mehr Wohlstand und besseren Lebensbedingungen ist Bildung. Die ‘One Laptop per Child’-Initiative ist eine mögliche Lösung dazu. Sie hat es verdient, weiterentwickelt zu werden.
Der erste Schritt des MIT bestand darin, einen Computer zu entwickeln, der die rigorosen Kostenanforderungen für den Einsatz in Schwellenländern erfüllt. Der zweite Schritt muss es sein, die für den Erfolg notwendige Infrastruktur zu schaffen.
Die Methoden dazu können von industriellem Innovationsmanagement übernommen werden. Einen Beitrag leisten kann fast jedermann:
- Internetunternehmer können mit ‘Crowd-Funding’ eine Lösung anbieten, um für die notwendigen Entwicklungen Geld zu sammeln. Bei Crowd Funding übers Internet ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass mehr Geld in Projekte fliesst als bei klassischen Spendensammelaktionen.
- Hersteller von Solarpanels, Windgeneratoren und kleinen Wasserkraftwerken können eine modulare Stromerzeugung bereitstellen, die in Schulen als ‘Black Box’ aufgestellt werden kann, um die Computerakkus aufladen zu können.
- Netzwerkhersteller können Lösungen für lokales Internet anbieten. Mit WLAN, WiMax, Mobiltelefonie oder Satellit, je nachdem was verfügbar und am kosteneffizientesten ist.
- Satellitenbetreiber und Telco-Firmen können ungenutzte Bandbreite Schulen als Spende zur Verfügung stellen, damit Schulen in Schwellenländern Internetzugriff haben können.
- Informatikfakultäten und Hochschulen, die Lehrer ausbilden, können gemeinsam Projekte durchführen mit dem Ziel, modulare Lehrmittel auszuarbeiten die in die Lehrpläne von Peru passen.
- Die Absolventen dieser Hochschulen können als Ambassadoren in Peru Pilottrainings durchführen mit einem ‘Train-the-Trainer’ Ansatz.

Der Verein Ecoselva unterstützt Schulen in abgelegenen Dörfern im peruanischen Regenwald zur Benutzung der Laptops. So wurde die Schule in Felipe Pinglo in der Nähe von Tingo Maria mit einem Solarpanel ausgestattet, um die Akkus der Laptops aufzuladen. Der Lehrer an der Grundschule unterrichtet in einem Klassenraum alle sechs Jahrgänge gleichzeitig. Es ist eine typische Einklassengrundschule. Das Dorf ist nur über einen mehrstündigen Fussmarsch durch den Regenwald erreichbar. Die Schule ist mit 25 Laptops ausgestattet und hat zur Zeit 23 Schüler.
An zwei bis drei Tagen in der Woche arbeitet der Lehrer erfolgreich mit den Laptops. Seine persönliche Bilanz in der Benutzung der Laptops ist sehr positiv. Er weist jedoch darauf hin, dass die Laptops zwar an vielen Schulen vorhanden sind, jedoch deren Benutzung noch sehr unbefriedigend ist.
Mit Hilfe der Weltwärts-Freiwilligen von Ecoselva wollen wir im nächsten Jahr weitere Schulen in abgegelegenen Dörfern erreichen und die Stromversorung der Laptops mit Solarpanelen sicherstellen und die Lehrer in der Benutzung der Laptops unterstützen.
Ein Solarpanel für eine Schule kostet € 500,-. Der Verein Ecoselva bittet um Spenden zur Anschaffung weiterer Solarpanele. http://www.ecoselva-verein.de
Wir haben ein Forum in Facebook zum Austausch von Erfahrungen in der Benutzung der Laptops in peruanischen Schulen.
e-mail-Adresse des Facebook-Forums: onelaptopperchild.ecoselva@groups.facebook.com
Ab September 2012 werden wir unsere Unterstützung ausbauen, in dem wir mehr Schulen in abgelegenen Dörfern mit Solarpanelen unterstützen und Freiwillige aus dem Weltwärts-Programm die Lehrer in der Benutzung der Laptops einweisen.