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Für ein besseres Projektmanagement: von der Patrouille Suisse lernen

Auf eine ausgesprochen sympathische Art macht „Fire, Safety & Security“ von Siemens Building Technologies in einer Roadshow auf das perfekte Zusammenspiel aufmerksam. Perfektes Zusammenspiel ist gefragt bei der Planung, Realisierung und Wartung von Brandschutz- und Sicherheitsanlagen.

Siemens hat sich dazu Anregung geholt bei einem Projektteam, bei dem das perfekte Zusammenspiel bei Tempo 1‘000 entscheidend ist, bei der Patrouille Suisse.

Von dem, was Siemens sich vorgenommen hat, können alle lernen. Daniel Siegenthaler, der von 1997 – 2009 in der Patrouille Suisse geflogen ist und Karriere gemacht hat bis zum „Tiger Uno“, dem Frontman, der zuvorderst fliegt und in der Luft das Kommando hat, erläutert die Arbeitsweise der Patrouille Suisse wie folgt:

„Patrouille Suisse“ steht als Botschafter und Marke für die Schweiz. Die Formationen der in den Landesfarben der Schweiz bemalten Tiger F5E sind ein Symbol für Präzision, Sicherheit und Zuverlässigkeit.

Präzision erläutert „Sigi“ am Beispiel, wie die Patrouille Suisse fliegt. Den Kurs bestimmt der Frontman. Die Piloten in der Formation wissen genau, wo ihr Platz ist. Sie fliegen bei rund 1‘000 Stundenkilometer in einem Abstand von 3 – maximal 5 Metern. Das geht nicht mit dem Autopiloten. Es ist alles 100 %ige Handarbeit. Wie gleichmässig das Geschwader fliegt ist fast unglaublich, wenn man es in der Luft sieht. Diese Präzision erreichen die Piloten, in dem sie „relativ“ fliegen. Die Piloten fliegen dem Flügelmann nach, und konzentrieren sich auf zwei Fixpunkte, die unten im Bild ersichtlich sind. Dabei müssen sich die Piloten dermassen konzentrieren, dass sie sich ausschliesslich auf den Flügelmann konzentrieren können. Sehen, wohin der Flug geht, oder an einem schönen Sommertag aus der Luft gar die Aussicht geniessen, liegt nicht drin. Die drei Meter Abstand einzuhalten erfordert höchste Konzentration. Das Geschwader fliegt konsequent dem Frontmann nach.

Präzision im Flug
„Wie trainiert die Patrouille Suisse, um zu solcher Höchstleistung zu kommen“ wollte ein Teilnehmer wissen. „Sigi“ erläutert: Die Saison dauert von Mai bis Ende Oktober. In den ersten zwei Wochen trainiert die Patrouille Suisse zwei Wochen am Stück mit täglich drei Flügen. Anschliessend wird jeden Montag trainiert. Jeden Montag!

Ebenfalls sehr lehrreich ist, wie Patrouille Suisse ihre Piloten auswählt. Vorgaben gibt es ausser einem bestimmten Altersfenster und den Flugfähigkeiten keine. Aus einer Shortlist von etwa 20 Kandidaten wählen die Piloten selber aus, wer bei einem Weggang neu ins Team aufgenommen werden soll. Es gibt keine Aufnahmeprozedur und keine Testflüge. Das Team spricht die Kandidaten durch, bis einer ausgewählt ist, zu dem alle Vertrauen haben.

Was können Unternehmen für ihre Projektarbeit daraus lernen:

  1. Präzision: Wenn Sie im Bild oben das Slide um 90 Grad drehen resultiert eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Ausschnitt aus einem Netzplan. Hand aufs Herz: Arbeiten Ihre Projektteams auch mit derselben Energie und demselben Enthusiasmus daran, im Netzplan die Abstände einzuhalten, so wie die Patrouille Suisse dies bei 1‘000 kmh fertigbringt? Das Ergebnis müsste ein Quantensprung bei der Termintreue sein.
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  2. Ausbildungsintensität: Die Patrouille Suisse besteht aus 6 Piloten. Das ist vergleichbar mit einem Projektteam. Patrouille Suisse trainiert während mehr als 20 % der Arbeitszeit.
    Hand aufs Herz: Wie oft trainieren Ihre Projektteams? Genügt dies im Verhältnis zu der Leistung, die Sie von Ihren Projektteams verlangen?
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  3. Teamzusammensetzung: Das Verfahren von Patrouille Suisse halte ich auch in Industrie und Verwaltung für praktibel. Hand aufs Herz: Wäre das auch etwas für Ihr Unternehmen?

Wenn Sie noch ein bisschen Input benötigen, um einen Entschluss fassen zu können, schauen Sie sich dieses schöne Beispiel an: