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Paradigmenwechsel im Informationszeitalter

Die von Sminds in Oerlikon am 4. Mai 2017 durchgeführte Konferenz „Information Management & Digital Transformation“ stand dieses Jahr unter dem Motto „Paradigmenwechsel im Informationszeitalter“.

Myriam Locher, Gründerin und CEO von Bettermind, zeigte im Eröffnungsvortrag, wie Veränderungen aus physiologischer Sicht ablaufen, und was Führungskräfte alles verstehen müssen, um beim Thema „Wandel“ nicht krampfhaft hinterherzurennen, wenn die Konkurrenz längst weiter ist, sondern das Thema von Beginn an proaktiv zu gestalten. Auf den Menschen prasseln pro Sekunde zirka 2 Megabyte Informationen ein. Auch die fähigsten von uns können daraus aber lediglich 126 bps verarbeiten. Auch Genies schaffen nicht wesentlich mehr. Der Grund dafür sind unsere Paradigmen. Dies sind Erfahrungen aus unserer Evolutionsgeschichte, die uns sagen, was „richtig“ und was “falsch“ ist, bzw was „wichtig“ und was „nicht wichtig“ ist. Im Fall von Disruptionen ist dies natürlich fatal, weil möglicherweise wichtige Veränderungen unter der Wahrnehmungsschwelle liegen und deshalb gar nicht erkannt werden. Oder erst viel zu spät. Zum Beispiel erst dann, wenn in der Erfolgsrechnung des Unternehmens Bremsspuren sichtbar werden.

Die Lösung dafür ist, Teams heterogen zusammenzusetzen. Das führt natürlich sofort zur nächsten Herausforderung. Menschen, die nicht gleich denken oder funktionieren wie wir selbst lehnen wir zuerst einmal ab. Das heisst, solche Teams müssen bewusst geschaffen und dann sorgfältig zusammengeführt werden.

Was das in der Praxis heisst zeigte anschliessend Klaus Straub, CIO von BMW. Nach einer Präsentation des neuesten 5er BMW’s war klar, was „Disruption“ in der Automobilindustrie bedeutet.

Die Wettbewerber, von denen Klaus Straub sprach, waren nicht mehr Daimler, Audi und Jaguar, sondern Apple, Google und Tesla. Der neueste 5er ist das digitalste Fahrzeug von BMW. Ein modernes Auto ist heute nicht mehr rein mechanischer Fahrzeugbau, sondern ein Teil der IT-Branche.

Die zweite grosse Veränderung betrifft die Fertigung. Das Schlagwort dazu ist „Industrie 4.0“. Wenn ich es richtig verstanden habe macht BMW im Rahmen von „autonomous driving“ firmenintern Feldversuche mit automatisch fahrenden Gabelstaplern. BMW beschäftigt zwischen 1‘500 – 3‘000 Staplerfahrer; jetzt können Sie sich ausmalen, was auf die Unternehmen und auch auf unsere Volkswirtschaften zukommt. Für Innovation Wings bedeutet dies grossartige Chancen, die sich ergeben. Damit verbunden ist aber eine riesige Verantwortung, weil neue Jobs zu schaffen genau gleich wichtig ist wie das Gewinnen des Wettbewerbs um das beste Elektrofahrzeug.

Die dritte grosse Veränderung betrifft die Fahrzeugdaten, über die Autohersteller verfügen, um die Autos weiterzuentwickeln und die Sicherheit und Zuverlässigkeit stetig zu verbessern. Seit 2009 haben BMW-Fahrzeuge eine SIM-Karte an Bord. BMW muss in der Lage sein, die Daten von 3 Millionen Fahrzeugen zu erfassen, zu speichern und zu verarbeiten.

Welche Ressourcen dazu notwendig sind zeigt der dem CIO direkt unterstellte Personalbestand: 4‘500 Informatiker arbeiten für ihn.

Andrea Back, Professorin an der Uni St. Gallen, zeigte mit dem Digital Maturity Report, wie gross die Unterschiede in der Vorgehensweise sind, die Unternehmen anwenden, die über einen hohen Reifegrad verfügen im Vergleich zu Firmen, deren Reifegrad noch tief ist.

Wie man Paradigmenwechsel in der Praxis erfolgreich gestaltet zeigte Olaf Romer, CIO von Baloise. Für die Informatikstrategie des Unternehmens wurde das Gartner-Framework als Basis genommen und für die eigenen Bedürfnisse modifiziert. Um das Resultat den Mitarbeitenden zu vermitteln wurde mit „Kulturdörfern“ gearbeitet, die die kommenden Veränderungen aufzeigen.

Rony Baruch, Head Project Management Group von Helsana, zeigte im Helsana-Lösungsansatz, dass Disruptionen in Wellen auftreten. Helsana musste einen riesigen Effort leisten, um als Voraussetzung einen umfassenden Rahmen für die Entwicklung digitaler Angebote zu schaffen.

Zum Abschluss des Tages erklärte Myriam Locher von Bettermind ihren Lösungsansatz noch vertieft im Detail und hob noch einmal hervor, dass es für die Vergrösserung der Aufmerksamkeitsspanne notwendig ist, sich auch mit anderen Menschen zu umgeben. Menschen, die die Welt anders betrachten. Menschen, die aus einem anderen Umfeld kommen. Menschen, die zu einem definierten Thema andere Fragen stellen und so zu anderen Antworten kommen.

Die Frage, die Sie sich selber stellen können:

Sind Sie bereit für den nächsten Schritt?

#innovation #projektmanagement