Menschen machen Unternehmenserfolg

Das Beispiel Renault-Nissan zeigt eindrücklich, welch wichtige Rolle in einem Unternehmen der CEO und eine tüchtige Führungsmannschaft spielen.

Zuerst hat der CEO Carlo Goshn Nissan saniert. Dann wechselte er nach Frankreich und brachte Renault auf Vordermann.

Nun schwächeln beide Firmen miteinander. Auch ein Top-CEO wie Carlos Goshn kann sich nicht zweiteilen. Das Verhaltensmuster, das sich dann etwa beobachten lässt, ist vergleichbar mit einem chinesischen Zirkusartisten, der auf Bambusstäben bis zu 40 Porzellanteller miteinander kreisen lässt. Wie ein Derwisch huscht er in der Manege herum, damit alle Teller immer genügend in Bewegung sind. Sind ein Bambusstab und ein Teller zuviel in der Manege, fällt nicht nur der eine Teller herunter, sondern die meisten, weil der Artist das auftretende Zeitproblem nicht mehr lösen kann.

Tritt in der Unternehmensführung dieses Phänomen auf sind die Auswirkungen meistens fatal.

Der Ausweg besteht darin, unmittelbar nach dem Turnaround mit genau gleicher Intensität eine Top-Führungsmannschaft aufzubauen. Dies geschieht nicht von selber, sondern bedarf grosser Umsicht. Die entsprechenden guten Führungskräfte zu finden und zu rekrutieren ist vergleichbar mit dem Aufwand beim Goldwaschen. Und die entsprechenden Ausbildungsveranstaltungen on-the-job und mit formeller Schulung umzusetzen nach dem Grundsatz „forming – norming – storming“ braucht manchmal noch fast mehr Engagement, Geduld, Überzeugungs- und Durchsetzungsvermögen als der Turnaround selber.